Am Ende der Welt

So schnell geht das – gestern noch war ich umgeben von Lärm, Abgas und Millionen von Menschen, heute schon 3000 km weiter entfernt und zwar in der südlichsten Stadt der Welt – Ushuaia. Puerto Williams auf der anderen Seite des Beagle Kanals ist zwar ein paar Kilometer weiter südlich, hat aber nur ca. 5000 Einwohner und ist somit keine Stadt sondern „nur“ ein Dorf.

Der Flughafen von Ushuaia liegt auf einer Halbinsel. Bei der Landung wird man zuerst wegen der starken Windströme durchgeschüttelt und hat dann das Gefühl man lande im Meer. Die Fahrt mit dem Taxi ins Zentrum dauert ca. 10 Minuten, kostet jedoch in etwa gleich viel, wie eine halbstündige Fahrt in Buenos Aires. Die Preise in der Hochsaison spiegeln den Andrang wieder, den diese Gegend im Januar – März verkraften muss. Bereits die Aussicht auf den Hafen und die Berge die Ushuaia umrunden, sind jedoch diese Ausgaben wert.

4 Nächte verbringen wir in Ushuaia mit unterschiedlichen Ausflügen und entschleunigen nach den paar Wochen in der Grossstadt.

Wandern im Tierra del Fuego Nationalpark: Der Eintritt in den Nationalpark kostet ca. 170 Pesos (ca. 15 Franken) – die An- und Rückfahrt 300 Pesos (ca. 25 Franken). Unterschiedliche Wanderwege durchziehen die rauhen Wälder, windgepeitschten Baumalleen und biebergeschädigte Flussläufe. Wir haben uns für den 8 km langen „costanera“ Wanderweg entschieden, der am Beagle Kanal entlang in den Park führt. Ausgangspunkt ist die alte Poststation, wo mehrere Busse Touristen ausladen und meistens auch wieder einladen. Einige Ausflüger entscheiden sich, wie wir, zu Fuss weiter zu gehen. Zum Glück verteilen sich die Wanderer ziemlich rasch, je nach Tempo, auf dem Weg und wir können die Schönheit und Einsamkeit dieser Gegend alleine geniessen. In der Mitte des Parks befindet sich ein Touristenzentrum mit Informationen und einem Restaurant. Von dort aus sind es dann noch einmal 2-4 km bis zur Lapataia Bucht.  Einen intakten Bieberdamm bekommen wir zu sehen – jedoch leider keine Bieber selbst. Die Aussicht doch noch einen Blick auf einen Bieber zu erhaschen, hielt uns auf, sodass wir den 5 Uhr Bus um ca. 5-10 Minuten verpassten. Eine Reisegruppe hatte jedoch Mitleid mit uns, als sie uns ca. eine halbe Stunde im Regen und Wind auf den nächsten Bus warten gesehen haben und nahm uns wieder mit ins Zentrum. Danke!

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Wildpferde? im Park

Ausflug zur Estancia Haberton und der Isla Martillo, Insel der Pinguine: Wir haben uns für einen Ausflug mit Piratour entschieden, dem einzigen Veranstalter, der auch auf der Insel der Pinguine landen darf. Mit über 40 Personen ging es zuerst 1 Stunde und 40 Minuten zur Estancia Haberton. Die Insel Martillo gehört nämlich zum 20’000 Hektar grossen Gebiet der Estancia und zwar weil die Pinguine, diese Insel erst in den 70er Jahren zu ihrer Brutstätte auserkoren haben. Zum Glück wurden die 40 Personen jeweils in 20 Gruppen à je 20 Personen aufgeteilt und so war es auf dem Boot und auch auf der Insel selbst eine angenehmen Gruppengrösse. Meistens sind zwei unterschiedliche Arten von Pinguinen anzutreffen: Magellanpinguine und Eselspinguine. Wir hatten Schwein, denn ein Päärchen Königspinguine war auch am Strand anzutreffen. Eine Stunde haben wir uns unter die Pinguine gemischt und ein Bild nach dem anderen gemacht, jeder erpicht darauf das beste Foto zu machen. Der Kalte Wind war einigermassen erträglich, wenn man sich auf den Boden kauerte. An hastige Bewegungen war eh nicht zu denken, weil wir die Pinguine nicht verschrecken wollten. Nach der Rückfahrt hat man uns mit einem Kaffee und heisser Schokolade wieder unter die Lebenden gebracht. Nach dem Ausflug zu den Pinguinen konnten wir noch ein Meeressäuger-Museum besuchen, das zur Estancia gehörte. Die Sammlung ist aus Knochen entstanden, die die Frau des heutigen Besitzers am Strand gefunden hat. Mittlerweile ist ihre Sammlung so gross und bedeutungsvoll, dass jeweils zwei bis drei Studierenden der Meeresbiologie ein Praktikum bei ihr machen können.

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Magellanpinguin

Reiten am Fusse des Mont Susana: Nachdem wir die letzten Tage gegen Ende unseres Ausfluges immer wieder gefroren haben, haben wir uns nur für einen 2 stündigen Reitausflug entschieden. Jedoch haben wir Marie aus der Spanischschule wieder getroffen, die zur Zeit mit ihren Eltern umherreist und haben den ersten Teil des Ausrittes mit ihr gemacht. Es ging über Stock und Stein den Berg entlang. Zorro (mein Pferd) war ein prächtiges und kräftiges Tier.

Ein paar Bilder habe ich bereits eingefügt…der Rest folgt später, da die Internetverbindung am Ende der Welt sehr instabil ist 😉

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Marie (auf Imperador), Suzy (auf Gato) und ich (auf Zorro)

 

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