Downhill Mountainbiken auf der gefährlichsten Strasse der Welt

Nach drei bzw. mit Uyuni vier bolivianischen Städten war ich erpicht darauf, wieder in die Natur hinaus zu ziehen und meldete mich nach einigen Recherchen für die Mountainbike-Tour auf der gefährlichsten Strasse der Welt an – auch „Todesstrasse“ oder „camino de la muerte genannt“. Diese Einstufung erhielt sie von einer Inter-amerikanischen Entwicklungsbank, nachdem immer wieder Fahrzeuge und auch Fahrradfahrer zu Tode gestürzt sind. Natürlich habe ich das meiner Mutter vorenthalten, sonst hätte sie sich nur Sorgen gemacht (gell, Mami? 😉 mein Vater vielleicht auch, aber er hätte mich sicher ermutigt).

Seit 2007 besteht eine geteerte Umfahrungsstrasse für grosse Fahrzeuge, deshalb wird sie fast ausschliesslich von Touristen (mit Mountainbikes, Motorrädern oder mit dem Taxi) oder von einigen Einheimischen) befahren, was die Anzahl der Unfälle schon mal drastisch gesenkt hat. Zudem sollte man sich an die folgenden Tipps halten:

  1. Sucht euch einen Tourenveranstalter mit kompletter Schutzausrüstung, professionellen und gepflegten Mountainbikes und guten Ratings auf Tripadvisor oder sonst im Netz. Ich war mit Xtremedownhill unterwegs, habe aber auch gutes über Altitude und Gravity gelesen und gehört.
  2. Überschätzt eure Fähigkeiten nicht – lieber an manchen Orten etwas langsamer fahren, dafür danach wieder Gas geben.
  3. Macht keine Dummheiten, nur damit es bessere Fotos gibt
  4. Geniesst die wunderbare Aussicht vor allem in den Pausen

Da ich im Hostel gebucht hatte, wurde ich um 6:45 direkt dort abgeholt. Der Magen hat immer noch gerumpelt und ich hoffte inständig, dass ich den Tag irgendwie ohne grössere Magenprobleme überleben würde.

Unsere Gruppe bestand aus 11 Reisenden, 2 Guides, von denen einer vorne und der andere am Ende der Gruppe fuhr und unserem Fahrer, der uns mit unserem Gepäck und dem kleinen Bus folgte sobald wir jeweils auf den Bikes waren. Bevor wir auf 4700 Metern unsere Ausrüstung anzogen, stärkten wir uns mit Schokolade und Bananen (gut für meinen Magen!). Die Bikes wurden verteilt und schon ging es auf der ersten geteerten Etappe, der insgesamt ca. 63km, die wir heute zurück legen würden, los.

Nach ca. 35 Minuten und einigen überholten Lastwagen gab es mal Frühstück und wir mussten wieder in den Bus steigen, um zum richtigen Startpunkt auf der Deathroad zu gelangen. Ehrlich gesagt, fühlte ich mich auf meinem Mountainbike hundertmal wohler als auf der ungeteerten Strasse ohne Leitplanken im Minibus. Zum Glück konnte ich mich durch die Aussicht auf die nahe gelegenen bolivianischen Berggipfel ablenken.

Die zweite Etappe führte uns über Stock und Stein – jeder konnte seinem Tempo entsprechend fahren, sofern man nicht gerade ein Überholungsmanöver startete. Auf der Strasse gilt nämlich Linksverkehr, damit der Fahrer der auf der Abgrundseite fährt, genau hinschauen kann, wie viel Platz ihm noch bleibt, bevor es steil nach unten geht. Wir sind mehr oder weniger in der Mitte gefahren und hätten rechts überholen sollen, das war teilweise aber nicht möglich, da manche Zig-Zag fuhren oder andere dann doch links überholten. Naja, ich kam jeweils schon irgendwie an meinen Platz relativ weit vorne (da die anderen hinter mir, fast gar keine Mountainbike Erfahrung oder einfach nur Angst hatten).

Ich hatte mächtig Spass über die Steine zu brettern und den besten Weg für mich und mein Bike auszuwählen. Die losen Steine umrunden, die Kurven mit Vorsicht nehmen, falls jemand entgegenkommt aber doch etwas schneiden, das Tempo jeweils richtig anpassen, überholen, einreihen und geniessen.

Ab und zu gab es auch eine Dusche unter einem Wasserfall oder ein Fussbad im Fluss, so dass wir alle mit Matschflecken und nassen Socken wie Schuhen unten in der Jungle-Region ankamen. So gut, dass es nach der Fahrt in eine nahegelegene Hütte ging, wo wir Duschen, Mittag essen und im oder am Pool ausruhen konnten. Am liebsten wäre ich noch einmal hoch und hätte das ganze ein zweites Mal gemacht.

Am gefährlichsten am ganzen Trip war sicherlich die Rückfahrt und die Überholungsmanöver unseres Bolivianischen Fahrers. Eine der Brasilianerinen hatte jedesmal einen halben Herzinfarkt, als sie sah, wie der Typ überholte – sprich vor Kurven, an Orten mit „Überholen verboten“-Schildern und wenn etwas in mittlerer Entfernung entgegenkam. Mich konnte nach der Busfahrt von Sucre nach Cochabamba allerdings nichts mehr schocken…

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