Weiter durch Bolivien, oder wie man sich von einer kleinen Lebensmittelvergiftung erholt.

Nach einer halsbrecherischen Fahrt eines Bolivianischen Busfahrers über sich hin und her windende, ungeteerte Strassen, erreichten wir, bevor sich die Sonne blicken liess, Cochabamba. Wir hatten kaum ein Auge zugebracht bei dieser Fahrt und fragten uns, ob uns das Hotel um 05:00 Uhr morgens bereits Einlass gewähren würde, da die Reservation erst für die nächste Nacht galt. Und ja, sie hatten ein Herz und liessen uns, wie auch andere Backpacker, die am Morgen ankamen, in den Aufenthaltsraum. Einigen legten sich direkt hin, wir hatten aber zu viel Adrenalin von der Fahrt übrig, so schauten wir dem Sonnenaufgang auf der Terrasse zu und unterhielten uns, bis wir um 11:00 Uhr endlich einchecken und etwas hinlegen konnten.

Leider hatten wir uns entweder in Sucre vorher oder am selben Abend eine kleine Lebensmittelvergiftung geholt. So dass wir den nächsten Tag zwar mit Sightseeing, jedoch nur halb lebendig, verbrachten. Wir schauten uns die (nach der in Rio) zweitgrösste Christusstatue an, schlenderten über den Markt (was keine so gute Idee ist, wenn man eine Lebensmittelvergiftung oder ähnliches mit sich rum trägt und all das herumliegende und hängende Fleisch sieht) und besuchten den Palacio Portales bzw. dessen Garten und hielten uns mit Coca Cola über Wasser.

Da wir nach dieser Busfahrt genug von den Fahrkünsten der Bolivianer hatten, buchten wir einen Flug nach La Paz. Die Inlandflüge in Bolivien sind sehr günstig und je nach Strassenzustand, Busveranstalter bzw. -fahrer zu empfehlen. Die Wahrscheinlichkeit beim Fliegen einen Unfall zu haben oder ausgeraubt zu werden ist um einiges geringer als auf einer Busfahrt. Wenn die Wolken Mitleid haben, sieht man auch aus dem Flugzeugfenster die wunderbaren Bergketten und die bolivianische Landschaft. Ich bevorzuge zwar immer noch eine Busfahrt, um das Land kennen zu lernen, aber in Bolivien war mir meine Sicherheit lieber. Ich beschuldige Lonely Planet, dass ich mir so viele Sorgen diesbezüglich gemacht habe, weil sie zu viele Abschnitte mit „was alles passieren könnte oder irgendwann mal irgendwelchen Touris passiert sind“ in ihren Reiseführer gepackt haben. Sogar zur Christusstatue hoch haben wir die Seilbahn genommen, weil sowohl im Buch wie auch vor Ort vor Raubüberfällen auf den Stufen gewarnt wurde. Das Glück sollte man nicht zu oft herausfordern.

Sucre, Cochabamba und La Paz waren alle drei sehr unterschiedlich, obwohl alle von Bergen umringt waren. Sucre eher kleiner, das Zentrum sehr überschaulich, mit den vielen gut erhaltenen Gebäuden im Kolonialstil sehr reizvoll – Cochabamba etwas grösser inkl. einem etwas modernern Stadtteil – La Paz war dann das reinste Chaos. Die immense Grösse der Stadt liess sich auch nicht aus dem Flugzeug erahnen. Der Flughafen und der Stadtteil El Alto befinden sich auf einer Hochebene, der Rest der Stadt erstreckt sich in ein Tal, welches mit unendlich vielen Häusern und Baracken an Steilhängen auf beide Seiten gefüllt ist. Manche Häuser sind direkt an den Fels gebaut. An Fortbewegung auf den Strassen ist in der Rushhour kaum zu denken, Hupkonzerte, Fussgänger, die sich durch die Autos durchschlängeln, um das richtige Transportmittel zu erwischen, Stände auf der Strasse, die irgendwelche Hexentinkturen gegen alle möglichen Leiden verkaufen, einige sogar Lamaföten, welche als Opfer an die Mutter Erde (Pachamama) beim Hausbau in den Boden versenkt wird (Susi hat die Redcap Walkingtour gemacht und noch viele andere Gruselgeschichten zu solchen Opfergaben gehört – da läuft es mir kalt den Rücken runter, wenn das wirklich alles stimmt). Die anderen Stadtteile lassen sich über mehrere Seilbahnen erreichen, da wir nur 2 Tage in La Paz verbrachten und ich meinen 2. Tag schon mit einer Mountainbiketour verplant hatte, hatten wir keine Gelegenheit uns alles anzuschauen. Vielleicht zieht es mich irgendwann mal wieder zurück nach Bolivien. Vorerst hatte ich genug.

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2 Gedanken zu “Weiter durch Bolivien, oder wie man sich von einer kleinen Lebensmittelvergiftung erholt.

  1. Liebe Susanna. Danke für deine Berichte. Eigentlich möchte ich mich nicht an die Busfahrten in Bolivien zuückerinnern, aber tolle Ferien wäre es gleichwohl! (Und ja, zum Glück gibt es günstige Flüge!!!). Auf weitere spannende Reisen. Liebste Grüsse, Katja (Gaschen)

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