Zurück nach „Hause“ oder wie man sich nach einer längeren Reise fühlt

Nun bin ich doch tatsächlich bereits seit 2 Wochen wieder „zu Haues“ beziehungsweise in der Schweiz. Die Tage vergehen auch in dieser Umgebung, jedoch sind sie mit anderen Aktivitäten gefüllt als auf der Reise.

In der ersten Woche musste ich mich um meine Wohnung und andere unerfreuliche Dinge kümmern.

  • Leider ist bei der Untervermietung nicht alles so rund gelaufen, wie ich mir das gewünscht hätte – alles halb so wild – aber trotzdem musste ich mich damit auseinandersetzen.
  • Die Verwaltung der alten Wohnung hat mir meine Mietzinskaution noch nicht zurück überwiesen, der Auszug ist jetzt bald schon ein Jahr her und ich möchte endlich damit abschliessen.
  • Dann schafft es die Swisscom doch irgendwie nicht meine Nummer von Salt so zu portieren, dass ich damit auch telefonieren kann – ist das nicht eigentlich ihr Kerngeschäft?? – über Whatsapp und einer neuen Prepaidnummer bin ich momentan erreichbar aber das hilft mir nicht wirklich weiter, da ich eigentlich meine alte behalten möchte. Als Prepaidkunde fühlt man sich als Kunde zweiter Klasse…mir geht es zumindest so.
  • Kommt noch hinzu, dass alle um dich herum arbeiten und im Gegensatz zu den Reisenden, die man unterwegs kennen lernt, nicht jeden Tag Zeit für dich haben. Ist ja auch ok, so, kann ich verstehen. Ist aber eine grössere Umstellung, als ich je gedacht hätte.

Lauter solche Dinge machen die Wiedereingliederung nicht einfacher oder schöner. Ich muss zugeben, es fühlt sich extrem komisch an wieder in der Schweiz zu sein. Einerseits fühle ich mich hier Fehl am Platz, andererseits scheint alles, was ich in den letzten Monaten erlebt habe, wie ein Traum zu sein. Kann es wirklich wahr sein, dass ich unter solch unterschiedlichen Verhältnissen gelebt habe? Bin ich immer noch dieselbe Person, die die Schweiz vor fast einem halben Jahr verlassen hat? Gehören all diese Dinge in der Wohnung mir und was soll ich mit diesem Besitz anfangen?

Da ich zu den Privilegierten gehöre, noch nicht arbeiten gehen zu müssen, habe ich Zeit, mir solche und andere Fragen zu stellen. Auf manch eine finde ich momentan keine Antwort, wie zum Beispiel auf die Frage, die mir fast jeder stellt: „Was willst du jetzt machen?“. Das stimmt für mich jedoch so, denn ich habe noch etwas südamerikanische Gelassenheit mitgebracht und zehre eifrig davon. Sobald die Zeit reif ist, werde ich eine Entscheidung treffen, momentan liegen mir so viele Möglichkeiten und Optionen offen, dass ich mir diese zuerst durch den Kopf gehen lassen muss.

Man sagt ja „Home is where your heart is“ – ich denke, mein Herz ist vom Reisen noch nicht zurück gekehrt. Es ist irgendwo über Südamerika verloren gegangen und es braucht Zeit, um wieder zu mir zurück zu kehren – damit ich es danach wieder verlieren kann.

Das schönste Trostpflaster ist es, all die Menschen wieder zu sehen, die einem wichtig sind und sich mit ihnen austauschen zu können. Das habe ich während dem Reisen vermisst! Die Familie in den Arm zu nehmen, mit den besten Freunden zu diskutieren und mit ehemaligen Arbeitskollegen ein Bier trinken gehen, ja, das macht das Projekt „Wiedereingliederung“ schmackhaft.

Manch einer von euch war auch schon längere Zeit unterwegs, wie ist es euch ergangen nach der Rückkehr? Ich bin gespannt auf eure Wahrnehmung!

Ein Gedanke zu “Zurück nach „Hause“ oder wie man sich nach einer längeren Reise fühlt

  1. Puhhh, zum Glück müssen wir uns momentan noch nicht mit diesen Dingen beschäftigen 😱

    Drück Dir die Daumen, dass Du die schöne Heimat wieder mehr genießen kannst und die ersten Stolpersteine bald der Geschichte angehören 😉

    Beste Grüße aus Cartagena
    Höni

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