Melbourne

Nach einer kurzen Fahrt von Ballarat an den Flughafen war ich meinen fahrenden Untersatz wieder los und bequemte mich in den Shuttle Bus in die City. Mein Studio lag im Stadtteil St. Kilda, etwas südlich der City und in der Nähe des Strandes. Melbourne war ziemlich voll, da am Tag zuvor das berühmteste Pferderennen in ganz Australien stattgefunden hatte und auch Tage danach sah ich noch einige aufgetakelte Frauen mit ihren Hüten in den Bars sitzen. Da fühlte ich mich als „Backpackeriin“ in Jeans ziemlich daneben und deshalb beschränkte sich meine Ausgangswut auf tagsüber.

Das Wetter war, naja, sehr durchzogen, von Sonnenschein bis zu heftigen Windstössen habe ich alles miterlebt – das sei aber für Melbourne normal, sagte man mir. 4 Jahreszeiten an einem Tag könne man nur hier erleben. Ich wäre mit Frühsommer durchaus zufrieden gewesen…

Am schönsten Tag machte ich mich auf zum Brighton Beach, um die berühmten farbigen Strandhäuschen zu fotografieren. Am Nachmittag erkundete ich die City auf eigene Faust und trotzdem machte ich dann am Tag danach bei der kostenlosen bzw. Walking-Tour auf Trinkeldbasis mit. Unser Tourguide Ellen fütterte uns mit geschichtlichen und humorvollen Leckerbissen über die Stadt. Zum Beispiel hatte man Melbourne fast Batmania getauft – nein, leider nicht wegen dem Superhelden, sondern weil der Gründer von Melbourne Batman hiess. Einige Bauwerke und Strassen sind nach ihm benannt und ich hatte mich schon gewundert, weshalb die Städter so auf Batman abfahren…

An vielen Ecken sind Strassenkünstler tätig, so dass man immer wieder auf Graffitis stösst. Es gibt sogar eine eigene Seitengasse dafür – die Walking Tour führt natürlich auch dort vorbei. Deshalb gastiert vermutlich auch die Banksy-Auststellung in Melbourne, in die ich es bisher noch nicht geschafft habe.

Die ganze Rivalität zwischen Melbourne und Sydney ist mir hingegen etwas fremd. Beide Städte sind unterschiedlich und haben ihre eigenen unvergleichbaren Ecken. Mein Herz gehört immer noch Sydney, schon nur, weil ich mich dort besser auskenne, aber ich könnte mir durchaus vorstellen in Melbourne zu arbeiten und zu leben. Weshalb Melbourne als europäisch bezeichnet wird, kann ich hingegen nicht nachvollziehen. Die Vorstädte und der ganze Stadtplan ist doch sehr amerikanisch – auch wenn viele Gebäude einen britischen Charm besitzen.

Ich komme definitiv wieder – zumindest nach meinem Ausflug nach Tasmanien. Vielleicht schaffe ich es dann noch in den Queen Victoria Market und die Banksy Ausstellung, dann hätte ich zumindest das meiste Sightseeing Potenzial ausgelotet…

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