Tassie Teil 1: Port Arthur & Abel Tasman Nationalpark

Kaum war ich in Hobart gelandet, holte ich mir mein neues „Baby“ ab und war mehr als überrascht, als mich ein zumindest nigelnagelneu erscheinender Renault Captur erwartete. Navi, USB Verbindung zum Handy, Push-to-Start-Technologie, Rückfahrkamera, Näherungsmelder und und und…so viel Luxus war ich mir von einem Auto gar nicht gewohnt, woher auch, da ich keins besitze. Es kostete mich auch ein paar AUD pro Tag weniger als der Hyundai, den ich auf dem Festland gemietet hatte. Der Roadtrip konnte losgehen!

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Hello Baby 😀 – I like!

Ich steuerte direkt auf die Tasman Halbinsel zu, auf der das historische Gefängnis Port Arthur zu finden ist. Auf dem Weg hielt ich etliche Mal inne, nicht nur, um einen Pinkelstopp einzulegen, sondern auch weil mich die Schönheit Tasmaniens bereits jetzt in den Bann zog. Zudem gab es auch mehrere Fotostopps auf dem Weg. Zum Beispiel die „Tasman Arch“, der „Geysir“, welcher jedoch „in Betrieb“ war…vielleicht waren die Betreiber zur gleichen Zeit in der nahe gelegenen „Teufels Küche“ am Lunch zubereiten 😉 wer weiss…

Mein Tasmanischer Roadtrip startete richtig seriös mit einer 3h Tour durch das ehemalige Straflager Port Arthur. Da das Lager nur übers Meer und über die schmale Landenge bei Eaglehawkneck zu erreichen war, konnte das Lager ohne grosse Flüchtlingspolitik jahrelang in Betrieb gehalten werden. Die Sträflinge mussten extrem harte, körperliche Arbeit verrichten – vor allem Holzabbau – während Mutter England davon profitierte und das Holz mit grossem Profit verkaufte.

Der Eintritt beinhaltete eine geführte Tour (40 Min) und eine Schiffahrt (20 Min) zu der Insel der Toten und der Insel, auf der die Jugendlichen ihre Strafe absassen, aussteigen durfte man zwar nicht, aber man wurde über Lautsprecher mit Informationsfetzen gefüttert. Danach durfte man die riesige Anlage selbst entdecken. Viele der ehemaligen Häuser der Wachhabenden, der Soldaten, des Arztes etc. sind sehr gut erhalten und es lohnt sich einen Blick hinein zu werfen. Irgendwann war meine Neugier gestillt und ein kleiner Hunger stellte sich ein. Die Übernachtung hatte ich erst bei Ankunft in Port Arthur über booking.com gebucht, als ich mich ins Wifi einloggte – der australische Netzbetreiber für mein Prepaidhandy hatte in Tasmanien eher schlecht als recht Empfang oder sagen wir mal so, ausserhalb der Städte = NADA. Nun gut, die Unterkunft lag in Nubeena, nur 20 Minuten mit dem Auto entfernt. Der Rezeptionist hatte rumänische bzw. sogar transilvanische Wurzeln, der Smalltalk ging so einfach von Statten wie Butter auf heissem Toast und er gab mir ein paar Tipps fürs Abendbrot und für den kommenden Tag.

In der Nähe von Port Arthur startet ein 3 Tägiger Wandertrek – 3 Capes Track. Da ich jedoch nicht so lange unterwegs sein wollte, geschweige denn ein Zelt dabei hatte, oder sonst irgendwie auf einen mehrtägigen Treck vorbereitet gewesen wäre, entschied ich mich für den Wanderweg zum Cape Hauy, der auch auf dem 3-tägigen Capes Track liegt. Ca. eine Stunde nachdem ich losmarschiert war, erwischte ich prompt die falsche Abzweigung und wurde von ein paar Herren, die aus der anderen Richtung kamen, höflich darauf aufmerksam gemacht, dass ich wohl auf dem Holzweg war. Zum Glück, denn um nichts in der Welt hätte ich den Anblick dieser Felsenkulisse auf dem Cape verpassen wollen. Ein herrlicher Tag und herrlicher Anblick.

Erst in den folgenden Tagen fand ich heraus, dass man in Tasmanien für den Besuch der Nationalparks ein Entgeld entrichten muss – hups! Auf dem Festland war dies anders, man musste nur bezahlen, wenn man campieren wollte. Hier kostet ein 24h Pass für ein Auto (inkl. Personen) 24 AUD (ca. 18 Franken), es gibt jedoch auch die Möglichkeit für 60 AUD (45 Franken) einen Pass zu kaufen, der bis zu 8 Wochen gültig ist. Ich hatte die Hausaufgaben nicht gemacht – aber bezahlt habe ich dann bis zum Mount Cradle auch nicht *schäm*. Eine Busse hat mich bis heute zumindest auch nicht erreicht…

Nach der Wanderung, fuhr ich Richtung Swansea und siehe da, wieder eine Überraschung. Das Navi führte mich über ungeteerte Strassen, neben weidenden Schafen, Kühen und wilden Wäldern nach Swansea zu meinem nächstes Motel. Der Renault wirbelte den Staub nur so hinter sich auf und sah danach auch dementsprechend aus. Ich kann jedoch bestätigen, dass es nach der ersten zaghaften Annäherung von Kies, Sand und Rad mit der Zeit immer wie mehr Spass machte.

Ein wunderschöner Tag ging leider nicht ganz so schön zu Ende – denn dies war der Abend des 9.11. Trotzdem wollte ich mir den Abend deshalb nicht verderben lassen, wartete auf den Sonnenuntergang jedoch mit Sorgenfalten im Gesicht.

 

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